Turbo Creo SL

22.02.2021

CREO – EIN EHRLICHER E-RENNRAD TEST
 

Nach jeder Menge Schnee und Kälte steht ein frühlingshaftes Wochenende in Aussicht!
Zeit, das Rennrad startklar zu machen und statt auf der Rolle ein paar “echte” km zu fahren. Auch eine gute Gelegenheit eine gemeinsame, sonnige Runde mit meinem Mann zu drehen, denn der Babysitter ist organisiert.

Eigentlich geniale Aussichten. Wenn es da zwischen uns nicht diese verdammt große Leistungslücke gäbe. Denn eine Fahrt im Februar bedeutet, einer von uns fährt relativ untertourig bzw. im regenerativen Bereich wie man so schön sagt, ideal für diese Jahreszeit. Der andere fährt (zumindest phasenweise) eher im roten Bereich, quasi am Anschlag.



Wer hier in welcher Position ist, ist klar, oder?

Das liegt aber nicht daran, dass ich relativ unsportlich bin. Ich fahre seit ich mich erinnern kann Rad:

Vom ersten BMX mit 6 Jahren, über MTB, Rennrad, Crosssrad und Triathlonbike, alles dabei. Ich fahre auch nicht wenig und habe mir über die Jahre immer wieder Herausforderungen gesucht. Ob MTB Rennen, Triathlonwettkämpfe oder Ötztaler Radmarathon. 

Aber auch mein Mann hat eine große Radsportleidenschaft. Und blickt auf 20 Jahre Triathlon Langdistanz zurück, ein Ironman also. Mit durchschnittlich 20 Trainings-Stunden die Woche und individuellem Trainingsplan. Auch wenn diese Zeiten inzwischen Vergangenheit sind, erinnern sich seine Oberschenkel noch extrem gut, an die unzähligen Radeinheiten und springen innerhalb kürzester Zeit an. Fazit: Zwischen uns gibt es einfach eine Leistungslücke, die schwer zu schließen ist.

Wir wollen trotzdem zusammen radeln. Also nochmal fürs Protokoll, damit´s nachher keinen Ehestreit gibt: “Du fährst halt locker und ich geb´ halt Gas. “

Ich kann ja dann alleine oder mit anderen wieder Grundlage fahren... zumindest waren wir dann mal wieder gemeinsam unterwegs ist doch auch schön!


Oder gibt’s eine andere Lösung?

Ja die gibt es vielleicht. Also machen wir ein Experiment.

Vor der Geburt meiner Tochter hätten sich mir noch die Nackenhaare aufgestellt, hätte mir jemand vorgeschlagen, mich auf ein E-Rennrad zu setzen.

Aber ich bin nicht nur kompromissbereit sondern auch offen für Neues, wenn das bedeutet, dass sich mein Spaßfaktor auf der Tour damit deutlich erhöht und ich danach nicht 2 Tage pausieren muß, um mich zu erholen.


 

Ok, also her mit dem E-Bike. Genauer gesagt mit dem Specialized Turbo Creo SL.

Mit dem, was ich bisher über das Rad weiß, erwarte ich ein sportliches, agiles Fahrgefühl, wie ich es von meinem Tarmac gewohnt bin und einen geschmeidigen Übergang zwischen dem Bereich der Unterstützung (bis 25km/h) und darüber hinaus.

Ich fange an, mich darauf zu freuen und lege erste Bedenken ein “E-Rennrad” ist ein absolutes no-go fürs Erste ab.

Es geht los, die ersten km unserer Tour sind größtenteils flach und wir kurbeln erst mal locker dahin. Schon schwerer als mein Rennrad geht mir kurz durch den Kopf.

Mein Puls klettert stetig nach oben und ich denke mir weiter, wann kommt denn jetzt mal ein schöner Anstieg...

Und da ist er schon. Ich gehe in die Vollen, setze mich vor meinen Mann und schalte gleich mal das Maximum an Support ein. Kurzer Blick über die Schulter, wo ist er? Das gibt’s doch nicht – innerhalb kürzester Zeit hat sich eine nicht unerhebliche Lücke aufgetan!

Ich behaupte im Blick meines Mannes spiegeln sich meine jahrelangen Gefühle wider, die ich jedes Mal habe, wenn ich denke ich bin fit und werde das Hinterrad ja wohl bitte halten können. Und es dann doch nicht schaffe. Ich genieße meine Fahrt bei 100 Puls den Anstieg hinauf und drehe mich wieder um. Er ist weg.

Das gibt’s doch nicht. Ok, Support aus. Und nicht lang und er ist wieder da. Schweigend radeln wir vor uns hin. Es wird flach, mein Tacho sagt 37 km/h, ich fahre wieder in der gewohnten 2. Position und beobachte, wie mein Puls langsam aber stetig nach oben klettert. Da kommt ein mittellanger Anstieg und ich schalte zu (natürlich Maximum). Und rausche ab.



So geht das etwa eine Stunde lang. Ich merke mein Spaßfaktor ist groß, aber die Stimmung kippt.

Ok, ok, ich besinne mich auf die ursprüngliche Idee, wir wollen gemeinsam Fahren und dabei beide in einem sinnvollen Pulsbereich unterwegs sein. 

Also fange ich an, mit den einzelnen Stufen zu spielen und von Anstieg zu Anstieg von Welle zu Welle wird unsere Fahrt Richtung Allgäu harmonischer. Ohne, dass ich auch nur einmal in den roten Bereich komme – und ohne dass mein Mann ständig Tempo rausnehmen bzw. sich anpassen muss.  Die nächsten 1,5 Stunden machen einfach nur Spaß - und zwar uns beiden!
Ich merke wie sich meine Einstellung zum Thema E-Rennrad innerhalb von knapp 3 Stunden gravierend verändert hat.

 

Denn worum geht es denn eigentlich?

Genau: Um das gemeinsame Hobby. Die gemeinsame Leidenschaft auch GEMEINSAM erleben und genießen zu können.

Egal ob in einer Partnerschaft oder in einer langjährigen Radgruppe. Es gibt viele Gründe, warum es schwer überbrückbare Leistungsunterschiede gibt...männlich, weiblich, gesundheitlich, zeitlich was auch immer.

Und für alle, die dafür eine Lösung suchen, habe ich eine gefunden:

Das Specialized Turbo Creo SL
(Hol´dir ein Testbike und probiers einfach mal aus ;-))

Eure Sonja